Devon Rex: Charakter, Haltung & Pflege der Lockenkatze

Die Devon Rex fasziniert durch Lockenfell und Kobold-Charme. Erfahren Sie alles über Wesen, Haltung und Pflege dieser intelligenten, wenig haarenden Katzenrasse.

Devon Rex: Charakter, Haltung & Pflege der Lockenkatze

Stellen Sie sich eine Katze vor, mit der Neugier eines Affen, der Treue eines Hundes und dem schelmischen Charme eines Kobolds. Das ist die Devon Rex – eine Katzenrasse, die mit ihrer außergewöhnlichen Persönlichkeit und ihrem einzigartigen Erscheinungsbild alle Klischees sprengt. Bekannt für ihre übergroßen Ohren und das weiche, gewellte Fell, ist sie weit mehr als eine optische Besonderheit; sie ist ein loyaler Gefährte für aktive Katzenliebhaber und Familien.

Tierärztlich geprüft von Dr. Sarah Mitchell, Spezialistin für Präventive Katzenmedizin — fachliche Prüfung am 17. Juli 2026. Verfasst von Dr. Anne Schmidt, DVM (Fachtierärztin für Ernährung und innere Medizin der Katze). Dieser Artikel wurde fachlich geprüft und basiert auf aktuellen veterinärmedizinischen Forschungsergebnissen.

"Was Katzenbesitzer am meisten brauchen, sind Informationen, die wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig praktisch umsetzbar sind." — Sarah Mitchell

Geschichte & Herkunft: Ein glücklicher Zufall in Devonshire

Die Geschichte der Devon Rex begann 1960 in Buckfastleigh, einer Kleinstadt in Devonshire, England. Beryl Cox entdeckte dort in einem Wurf verwilderter Katzen einen außergewöhnlich lockigen Kater, den sie auf den Namen Kirlee taufte – den späteren Stammvater der Rasse. Cox vermutete zunächst eine Verwandtschaft mit der Cornish Rex und kreuzte Kirlee mit Cornish-Rex-Kätzinnen. Das Ergebnis waren jedoch ausschließlich glatthaarige Nachkommen – der Beweis, dass die Welle der Devon Rex auf einem eigenständigen Gen beruht. Dieser genetische Ursprung macht sie zu einer einzigartige Rasse, die heute weltweit für ihr außergewöhnliches Aussehen und ihren bezaubernden Charakter gefeiert wird (Devon Rex – Wikipedia).

Körpermerkmale: Die Elfe unter den Katzen

Die Devon Rex ist optisch unverwechselbar. Sie besitzt einen schlanken, muskulösen Körperbau und wiegt typischerweise zwischen 2,5 und 4,5 kg. Ihre auffälligsten Merkmale sind:

  • Große, tief angesetzte Ohren: Sie verleihen ihr das typische „Kobold-Gesicht" oder den „Pixie-Look".
  • Ausdrucksstarke Augen: In Gold, Grün, Blau oder als faszinierende Odd-Eyes.
  • Das Fell: Kurz, weich und gewellt – oft mit zerdrücktem Samt verglichen. An einigen Körperstellen, etwa am Hals, kann das Fell so dünn sein, dass die Wellenstruktur kaum sichtbar ist (Devon Rex – Wikipedia).

Da diese Rasse sehr wenig haart, wird sie oft als gute Option für Allergiker genannt. Wichtig: Keine Katzenrasse ist wirklich hypoallergen. Die Allergie wird in erster Linie durch das Protein Fel d 1 im Speichel, in Hautschuppen und im Urin ausgelöst – nicht durch die Haare selbst. Vor der Anschaffung empfehlen Allergologen daher einen mehrfachen, kontrollierten Kontakt mit der Katze sowie idealerweise einen Allergietest beim Facharzt.

Temperament & Persönlichkeit: Ein kleiner Schelm mit großer Seele

Wenn man die Persönlichkeit einer Katze als „maximal" bewerten könnte, wäre es die Devon Rex. Sie erreicht Bestnoten in den Bereichen Zuneigung, Verspieltheit und Intelligenz. Diese Rasse ist das ultimative interaktive Haustier. Sie ist berühmt für ihre Loyalität und Geselligkeit:

  • Anhänglichkeit: Sie folgt ihrer Bezugsperson oft auf Schritt und Tritt – fast wie ein kleiner Hund.
  • Kommunikation: Statt lautem Miauen nutzt sie ein charmantes Repertoire aus Zwitschern und Trillern.
  • Sozialverhalten: Durch ihre freundliche Art ist sie ideal für Familien mit Kindern und Haushalten mit anderen Haustieren geeignet.

Pflegeanforderungen & Haltung der Devon Rex

Die Pflege einer Devon Rex ist unkompliziert, erfordert aber viel Zeit für Interaktion. Ihr gewelltes Fell benötigt nur gelegentliches, sanftes Ausstreichen mit den Händen oder einer weichen Bürste.

Erfahrung aus der Ernährungsberatung: Devon Rex haben ein ausgeprägtes Futterinteresse und – bei reiner Wohnungshaltung – eine erstaunliche Neigung zur Gewichtszunahme. In der Sprechstunde sehen wir immer wieder Tiere, die mit zwei Jahren bereits deutlich über ihrem Idealgewicht liegen. Bewährt haben sich zwei kontrollierte Mahlzeiten pro Tag, ein hoher Nassfutter-Anteil zur Sättigung und Puzzle-Futterspender, die gleichzeitig die Intelligenz fördern.

Wichtiger als die Fellpflege ist die geistige und körperliche Auslastung:

  • Beschäftigung: Intelligenzspielzeuge, Clickertraining und Klettermöglichkeiten sind ein Muss. Aus der Praxis reagieren Devon Rex überdurchschnittlich gut auf Target-Stick-Training und apportieren zuverlässig weiche Bälle.
  • Gesellschaft: Sie gedeiht am besten in Haushalten, in denen sie nicht lange allein gelassen wird. Ohne Stimulation neigt ihr kluger Kopf dazu, sich eigene Unterhaltung zu suchen.

Gesundheitsaspekte und Lebenserwartung

Die Devon Rex ist generell robust mit einer Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren. Dennoch sollten Halter auf rassespezifische Themen achten:

  • Kongenitale Myopathie (Devon-Rex-Spastik): Eine erbliche Muskelerkrankung, die auf eine Variante im COLQ-Gen zurückgeht und klinisch zwischen der 3. und 23. Lebenswoche auffällt. Malik et al. (1993) beschrieben das Krankheitsbild erstmals klinisch (Journal of Small Animal Practice 34(11):539–545); eine spätere Arbeit identifizierte die ursächliche COLQ-Variante (Gandolfi et al., 2015 – Animal Genetics 46(6):711–715). Verantwortliche Züchter lassen ihre Zuchttiere per Gentest auf den COLQ-Marker screenen – ein entsprechender Elternnachweis sollte vor dem Kauf eingefordert werden.
  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Die Devon Rex gilt als rasseprädisponiert. Sinnvoll ist ein regelmäßiges Herzultraschall-Screening, idealerweise jährlich ab dem zweiten Lebensjahr – eine Empfehlung, die auch im neuen Feline Heart Health Certificate-Programm der AAFP/FelineVMA aufgegriffen wird.
  • Hauterkrankungen: Studien dokumentieren eine Rasseprädisposition für feline atopische Dermatitis sowie für Malassezia-bedingte Dermatitis (Ravens et al., 2014 – Veterinary Dermatology 25(2):95, referenziert über Devon Rex – Wikipedia).

Aufgrund ihres dünnen Fells sind diese Katzen zudem kälteempfindlicher und genießen im Winter warme Rückzugsorte.


Häufig gestellte Fragen

1. Wie oft sollte man eine Devon Rex baden – und welche Pflege funktioniert wirklich?

Devon-Rex-Felle fetten schneller nach als bei vielen anderen Rassen, weil die fehlende Unterwolle den Talg nicht ausreichend puffert. Bewährt haben sich wöchentliches Auswischen mit einem feuchten Mikrofasertuch und gelegentliche lauwarme Bäder mit einem milden Katzenshampoo. Wichtig: Bürsten Sie niemals mit Borsten – die feinen Wellen verfilzen sonst irreversibel.

2. Welche Gesundheits-Screening-Tests sollte ein Züchter nachweisen können?

Vor der Anschaffung mindestens: einen Gentest auf den COLQ-Marker für hereditäre Myopathie, ein HCM-Herzultraschall mit aktuellem Datum (idealerweise < 12 Monate alt) sowie einen negativen PCR-Befund auf Mycoplasma haemofelis und felines Coronavirus. Seriöse Züchter dokumentieren diese Ergebnisse im Stammbaum und legen sie ungefragt vor.

3. Wie warm sollte eine Devon Rex im Winter gehalten werden?

Dauerhaft 22–25 °C, mit einer lokalen Wärmequelle (Heizkissen oder Wärmelampe mit Thermostat). Verhaltenssignale für Unterkühlung sind das Liegen auf warmen Elektrogeräten, flach angelegtes Fell und die „Löwenpose" mit eingezogenen Pfoten unter dem Körper.

4. Wie viel kostet eine gesunde Devon Rex vom seriösen Züchter?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt der Preis für ein Kitten aus COLQ- und HCM-gescreenten Linien aktuell zwischen 1.200 und 2.000 €. Deutlich günstigere Angebote stammen häufig aus unkontrollierten Vermehrungen ohne Gesundheitsnachweise – sparen Sie hier nicht am falschen Ende.

5. Wo finde ich weiterführende Informationen und Vergleichsmaterial?

Empfohlene Quellen: AAFP/FelineVMA – Praxisleitlinien, AVMA, Cornell Feline Health Center sowie unser direkter Devon Rex vs. Cornish Rex Vergleich.---

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine tierärztliche Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen zugelassenen Tierarzt für fallspezifische Beratung.

Zitierte Quellen: Malik R, Mepstead K, Yang F, Harper C (1993). Hereditary myopathy of Devon rex cats. Journal of Small Animal Practice 34(11):539–545. doi:10.1111/j.1748-5827.1993.tb03544.x · Gandolfi B, Grahn R, Creighton E (2015). COLQ variant associated with Devon Rex and Sphynx feline hereditary myopathy. Animal Genetics 46(6):711–715 · Ravens PA, Xu BJ, Vogelnest LJ (2014). Feline atopic dermatitis: a retrospective study of 45 cases (2001–2012). Veterinary Dermatology 25(2):95 · Praxisleitlinien der American Association of Feline Practitioners (AAFP/FelineVMA).

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Die Devon Rex ist mehr als nur eine Katze mit lockigem Fell; sie ist ein Wirbelwind an Persönlichkeit in einem schlanken, elfengleichen Körper. Mit einer einzigartigen Kombination aus höchster Intelligenz, unerschütterlicher Loyalität und einem verspielten, schelmischen Wesen definiert diese Rasse neu, was es bedeutet, eine tierische Gefährtin zu sein. Für diejenigen, die bereit sind, ein „ewiges Kätzchen“ im Herzen in ihr Leben aufzunehmen, bietet die Devon Rex eine einzigartige und zutiefst bereichernde Freundschaft, die alles andere als gewöhnlich ist.

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