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Katzenkistentraining: Der vollständige Leitfaden 2026

Meistern Sie das Katzenkistentraining mit unserem Expertenleitfaden. Lernen Sie bewährte Techniken für Kätzchen, erwachsene Katzen und die Fehlerbehebung bei häufigen Problemen für ein glückliches, sauberes Zuhause.

Katzenkistentraining: Der vollständige Leitfaden 2026

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Autor: Dr. Felix Bräuer, DVM — Fachtierarzt für Verhaltensmedizin | Veröffentlicht: 5. Februar 2026 | Zuletzt geprüft: 4. August 2026 | Lesezeit: 14 Minuten

Dr. Felix Bräuer ist ein auf Verhaltensmedizin und Tierschutz spezialisierter Katzentierarzt; seine klinische Arbeit konzentriert sich auf Angststörungen, Mehrkatzenhaushalte und die Schnittstelle zwischen Verhalten und Wohlbefinden bei Wohnungskatzen.

Tierärztlich geprüft von Dr. James Okafor, DVM, Fachtierarzt für Verhaltensmedizin (unabhängige Fachprüfung). Dr. James Okafor ist Fachtierarzt für Verhaltensmedizin und auf katzenärztliche Verhaltensmedizin spezialisiert; seine klinische Tätigkeit umfasst die Betreuung verhaltensmedizinischer Überweisungsfälle und er publiziert regelmäßig in Fachzeitschriften wie dem Journal of Feline Medicine and Surgery. Dieser Artikel wurde fachlich geprüft und basiert auf aktuellen veterinärmedizinischen Forschungsergebnissen. Die Autorenschaft des Artikels liegt bei Dr. Felix Bräuer; Dr. Okafor war ausschließlich als unabhängiger Fachprüfer (independent reviewer) tätig und hat den Beitrag vor Veröffentlichung gegengelesen, ohne selbst klinische Fallbeispiele beizusteuern.

"Was Katzenbesitzer am meisten brauchen, sind Informationen, die wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig praktisch umsetzbar sind." — Dr. James Okafor, DVM, Fachtierarzt für Verhaltensmedizin

Einführung

Das Katzenkistentraining ist ein Grundpfeiler der verantwortungsvollen Katzenhaltung. Während viele Katzen instinktiv eine Katzentoilette benutzen, benötigen andere – darunter junge Kätzchen, gerettete Streuner oder Katzen, die auf reine Wohnungshaltung umgestellt werden – geduldige Anleitung. Dieser umfassende Leitfaden bietet Schritt-für-Schritt-Anleitungen für ein erfolgreiches Training, ergänzt um anonymisierte Fallbeispiele aus der verhaltensmedizinischen Sprechstunde von Dr. Bräuer, und effektive Lösungen für häufige Herausforderungen. Für eine kompaktere Schritt-für-Schritt-Anleitung speziell zum Angewöhnen einer Katze an die Katzentoilette lesen Sie auch unseren ergänzenden Schritt-für-Schritt-Leitfaden. Für eine gesonderte Betrachtung des Trainings speziell bei Jungtieren siehe unseren Leitfaden zum Katzenkistentraining für Kätzchen und erwachsene Katzen.

Das Ausscheidungsverhalten von Katzen verstehen

Warum Katzen Katzentoiletten benutzen

Instinktives Verhalten:

  • Wildkatzen vergraben ihren Kot, um ihre Anwesenheit vor Raubtieren zu verbergen.
  • Die Geruchsüberdeckung verhindert, dass potenzielle Beute gewarnt wird.
  • Hilft, das Revier zu markieren, ohne direkten Konflikt.
  • Dieser tief verwurzelte Instinkt bleibt bei Hauskatzen stark erhalten.

Natürliche Anziehung:

  • Weiche, grabefähige Substrate sind für Katzen von Natur aus anziehend; Kätzchen suchen bereits ab der 5.–6. Lebenswoche selbstständig sandähnliche Materialien auf (Neilson, J Feline Med Surg 2004).
  • Der Drang, Ausscheidungen zu bedecken, ist angeboren.
  • Die meisten Kätzchen lernen dieses Verhalten von ihrer Mutter im Alter von 3-4 Wochen.

Wann Training notwendig ist

Häufige Szenarien:

SituationAlter/TypTrainingsbedarf
Waisenkätzchen3-4 WochenVollständiges Grundlagentraining
Junge Kätzchen6-12 WochenGewohnheitsfestigung
Freigänger/StreunerkatzenJedes AlterUmstellung auf Indoor-Katzenklo
TierheimkatzenJedes AlterUmgewöhnung an die neue Umgebung
Katzentoiletten-AversionJedes AlterVerhaltenstherapie

Die Voraussetzungen für Erfolg schaffen

Die richtige Ausrüstung wählen

Auswahl der Katzentoilette:

Größenrichtlinien:

  • Die Mindestlänge sollte das 1,5-fache der Körperlänge Ihrer Katze betragen.
  • Muss groß genug sein, damit sich Ihre Katze bequem darin drehen kann.
  • Kätzchen benötigen Boxen mit niedrigen Seiten für leichten Ein- und Ausstieg.
  • Viele erwachsene Katzen bevorzugen geräumige, offene Boxen.

Arten von Katzentoiletten:

TypAm besten geeignet fürVorteileNachteile
OffenDie meisten Katzen, besonders AnfängerLeichter Zugang, ausgezeichnete BelüftungStreu kann außerhalb der Box verstreut werden
GeschlossenPrivatsphäre-suchende KatzenHält Gerüche und Streu zurückKann Gerüche im Inneren festhalten, kann beengend wirken
DeckeleinstiegKatzen, die heftig graben oder markierenHervorragende Streu-RückhaltungHerausfordernd für Kätzchen, Senioren oder arthritische Katzen
SelbstreinigendHaushalte mit wenig ZeitAutomatisierter Komfort, konstante SauberkeitHöhere Kosten, mechanische Geräusche können einige Katzen erschrecken
EinwegReisen, vorübergehende Einrichtungen oder QuarantäneÄußerst einfache ReinigungKeine nachhaltige oder dauerhafte Lösung

Kaufkriterien ohne regionale Preisbindung:

  • Material und Verarbeitung: Stabile, kratzfeste Kunststoffe sind empfehlenswert; Modelle aus recyceltem Kunststoff oder lebensmittelechtem Material sind ökologisch unbedenklich.
  • Einstiegshöhe: Kätzchen, Senioren und arthritische Katzen benötigen niedrige Einstiege ohne hohe Schwellen.
  • Stabilität: Die Box sollte auch bei heftigem Graben nicht verrutschen – rutschfeste Standfüße oder ein höheres Eigengewicht sind hilfreich.
  • Reinigungsfreundlichkeit: Abgerundete Ecken und ein leicht zu öffnender bzw. abnehmbarer Deckel erleichtern die tägliche Pflege.
  • Geruchskontrolle: Geschlossene Boxen mit Kohlefilter helfen bei empfindlichen Nasen im Haushalt.

Welche Box und welche Streu im Einzelfall passt, hängt von Größe, Alter und Vorlieben der Katze ab. Wir empfehlen, vor dem Kauf Kundenrezensionen zu lesen und sich im stationären Fachhandel, beim ortsansässigen Tierarzt oder bei einer Tierschutzorganisation beraten zu lassen. catcareworld.com erhält keine Vergütung für Produktnennungen; die Hinweise dienen ausschließlich der Orientierung und stellen keine getesteten Empfehlungen dar.

Streuauswahl

Hauptarten von Katzenstreu:

Klumpende Tonstreu:

  • Die beliebteste und am weitesten verbreitete Option.
  • Bildet feste Klumpen für einfache Entsorgung.
  • Bietet im Allgemeinen gute Geruchskontrolle.
  • Kann stauben; nach staubarmen Formeln suchen.

Natürlich/Biologisch abbaubar:

  • Hergestellt aus Materialien wie Holz, Mais, Weizen oder Papier.
  • Umweltfreundlich und oft spülbar (Markenanweisungen prüfen).
  • Bietet verschiedene Texturen; einige Katzen bevorzugen das Gefühl.
  • Klumpbildung und Geruchskontrolle können je nach Marke variieren.

Kristallstreu (Silikagel):

  • Hergestellt aus hochabsorbierenden Silikagel-Perlen.
  • Hervorragend zur Kontrolle von Feuchtigkeit und Geruch.
  • Erfordert seltener vollständige Wechsel.
  • Einige Katzen mögen die Textur oder das Geräusch nicht.

Am besten für das Training:

  • Feinkörnige, unparfümierte Klumpstreu ahmt weichen Boden am besten nach.
  • Starke Parfümierung vermeiden, da Katzen empfindliche Nasen haben.
  • Eine weiche, grabefähige Textur fördert das natürliche Vergrabungsverhalten.

Platzierung der Katzentoilette

Richtlinien für den optimalen Standort:

TUN:

  • Einen ruhigen, wenig frequentierten Bereich für Privatsphäre wählen.
  • Sicherstellen, dass er jederzeit leicht zugänglich ist.
  • Weg von Futter- und Wasserstationen platzieren.
  • Für Mehrkatzenhaushalte mehrere Standorte bereitstellen.
  • Den Standort nach der Einrichtung beibehalten.

NICHT TUN:

  • In der Nähe lauter Geräte (Waschmaschinen, Trockner) platzieren.
  • In isolierten, schwer erreichbaren Bereichen wie Kellern verstecken.
  • Neben Futternäpfe stellen.
  • In einen Hauptflur oder das Wohnzimmer stellen.
  • Die Box häufig umstellen.

Strategie für Mehrkatzenhaushalte:

  • Der "n+1"-Regel folgen: eine Box pro Katze, plus eine extra (so ausdrücklich empfohlen in Neilson, J Feline Med Surg 2004).
  • Boxen in verschiedenen Bereichen der Wohnung verteilen.
  • In mehrstöckigen Häusern Boxen auf verschiedenen Etagen platzieren.
  • Vermeiden, Boxen nebeneinander aufzustellen, da dies als ein Territorium angesehen werden kann.

Kätzchen trainieren (3-8 Wochen)

Zeitplan und Prozess

Wochen 3-4: Erste Einführung

Aufbau:

  1. Eine flache, wegwerfbare Schale für leichten Einstieg verwenden.
  2. Mit nicht-klumpender Streu beginnen (Kätzchen könnten sie kosten).
  3. Die Box sehr nah an ihrem Schlaf-/Nestbereich platzieren.
  4. Das Kätzchen sanft in die Box setzen, um sie zu erkunden.

Trainingsprozess:

  1. Nach jeder Fütterung das Kätzchen in die Katzentoilette setzen.
  2. Sanft Graben simulieren, indem die Vorderpfoten in der Streu bewegt werden.
  3. Sofortiges Lob und sanftes Streicheln, wenn sie sie benutzen.
  4. Es zur Routine nach dem Aufwachen, Essen und Spielen machen.
  5. Konsequenz und Geduld sind der Schlüssel.

Wochen 5-6: Gewohnheitsfestigung

Konsequenz aufbauen:

  • Die Routine fortsetzen, sie in die Box zu setzen.
  • Loben und eventuell ein kleines Leckerli für erfolgreiche Benutzung geben.
  • Unfälle sofort mit einem Enzymreiniger säubern.
  • Niemals bestrafen oder die Nase in Unfälle reiben.
  • Der Übergang zu klumpender Streu kann beginnen.

Wochen 7-8: Selbstständigkeit fördern

Ziele für den Übergang:

  • Das Kätzchen sollte die Box nun selbstständig aufsuchen.
  • Positive Verstärkung fortsetzen.
  • Bei Bedarf auf eine standardgroße Katzentoilette umsteigen.
  • Einen strikten Reinigungs- und Säuberungsplan einhalten.

Spezifische Tipps für Kätzchen

Anpassung an physische Bedürfnisse:

  • Winzige Blasen erfordern sehr häufigen Zugang.
  • Anfängliche Unfälle sind normal; sie lernen noch die Muskelkontrolle.
  • Boxen mit niedrigen Seiten sind für leichten Ein-/Ausstieg unabdingbar.
  • In einem kleinen Raum 2-3 Boxen zur Bequemlichkeit in Betracht ziehen.

Empfohlener Zeitplan:

AktivitätSofortige Aktion
Beim AufwachenIn die Katzentoilette setzen
Nach dem EssenIn die Katzentoilette setzen
Nach SpielsitzungenIn die Katzentoilette setzen
Vor dem SchlafengehenIn die Katzentoilette setzen
Alle 2-3 StundenZugang zur Box anbieten

Erwachsene Katzen trainieren

Freigänger auf Indoor-Haltung umstellen

Die Herausforderung verstehen:

  • An das Ausscheiden auf Gras, Erde oder Sand gewöhnt.
  • An ein großes, outdoor Revier gewöhnt.
  • Versteht möglicherweise das Konzept eines bestimmten Indoor-Platzes nicht.
  • Erfordert erhebliche Geduld und einen strukturierten Ansatz.

Schritt-für-Schritt-Übergangsprotokoll:

Schritt 1: Der Erd-Übergang (Wochen 1-2)

  1. Die Box mit einer Mischung aus 75% sauberer Gartenerde und 25% unparfümierter Klumpstreu füllen.
  2. Eine sehr große, offene Box verwenden, um ein Outdoor-Gefühl zu simulieren.
  3. Die Box in der Nähe der Tür platzieren, die sie zuvor für den Freigang benutzt haben.
  4. Sie nach den Mahlzeiten sanft in die Box setzen.

Schritt 2: Streu-Einführung (Wochen 2-4)

  1. Die Mischung auf eine 50/50-Mischung aus Erde und Streu ändern.
  2. Über die nächste Woche den Erdanteil schrittweise reduzieren.
  3. Jede Benutzung der Box überschwänglich loben.
  4. Gelegentliche Rückschläge erwarten und geduldig säubern.

Schritt 3: Vollständige Streu-Akzeptanz (Wochen 4-6)

  1. Auf 100% unparfümierte Klumpstreu umstellen.
  2. Positive Verstärkung fortsetzen.
  3. Die Box makellos sauber halten.
  4. Sobald sie konsistent benutzt wird, kann die Box langsam (Zentimeter pro Tag) an ihren permanenten Standort bewegt werden.

Realistischer Zeitplan:

  • Einige Katzen passen sich in 1-2 Wochen an.
  • Viele benötigen 1-2 Monate für vollständigen Komfort.
  • In seltenen Fällen kann es länger dauern; den Prozess niemals überstürzen.

Fallbeispiel aus der Sprechstunde von Dr. Bräuer: Ein fünfjähriger, ehemals freilaufender Bauernhofkater wurde in der verhaltensmedizinischen Sprechstunde von Dr. Bräuer nach einem Umzug in eine Mietwohnung im dritten Stock mit täglichem Markieren an Türrahmen und Sofakante vorgestellt. Mit dem oben beschriebenen Dreiphasen-Protokoll (75/25 → 50/50 → 100% Streu) akzeptierte er nach etwa sechs Wochen seine neue Katzentoilette; das vertikale Markieren hörte vollständig auf, sobald die Box ihren festen Platz im Bad erreicht hatte. Eine enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Haustierarzt schloss eine beginnende FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease) als Auslöser aus.

Tierheimkatzen trainieren

Umgang mit häufigen Problemen:

  • Können an einen spezifischen, oft nicht idealen Streutyp gewöhnt sein (z.B. Pellets).
  • Hohe Stresslevel durch Umweltveränderungen.
  • Mögliche negative Vorerfahrungen mit Katzentoiletten.
  • Zugrunde liegende Gesundheitsprobleme, die tierärztliche Aufmerksamkeit benötigen.

Effektive Strategie:

  1. Identisch beginnen: Den exakt gleichen Streutyp verwenden, den das Tierheim benutzt hat.
  2. Wahlmöglichkeit bieten: Mehrere Boxen in ruhigen, sicheren Räumen anbieten.
  3. Stress reduzieren: Einen Feliway-Diffusor verwenden, um beruhigende Pheromone zu erzeugen.
  4. Routine etablieren: Füttern, Spielen und Reinigen der Box nach einem konsistenten Zeitplan.
  5. Tierarzt-Check: Einen Gesundheitscheck vereinbaren, um medizinische Ursachen für Meidung auszuschließen.

Fallbeispiel aus der Sprechstunde von Dr. Bräuer: Ein zweijähriger Tierheimkater mit deutlicher Aversion gegen Tonstreu wurde in der Sprechstunde von Dr. Bräuer nach drei gescheiterten Vermittlungen vorgestellt. Durch die anfängliche Verwendung derselben Pelletsstreu wie im Tierheim, kombiniert mit Feliway Classic im Aufenthaltsraum und täglichem Schaufeln, normalisierte sich das Verhalten innerhalb von vier Wochen. Eine schrittweise Umstellung auf feinkörnige Klumpstreu über weitere zwei Wochen verlief ohne Rückfälle – ein typisches Beispiel dafür, dass „Identisch beginnen" den Wechsel in ein neues Zuhause enorm erleichtert.

Häufige Probleme beheben [Mehr dazu in unserem Leitfaden zu Katzenklo-Problemen]

Katze benutzt die Katzentoilette nicht

Schritt 1: Sofort medizinische Probleme ausschließen

  • Harnwegsinfektion (HWI) oder Blasensteine.
  • Nierenerkrankung oder Diabetes.
  • Arthritis oder Schmerzen, die den Einstieg erschweren.
  • Verstopfung oder gastrointestinale Probleme.
  • Immer zuerst einen Tierarzt konsultieren, wenn sich das Ausscheidungsverhalten plötzlich ändert.

Schritt 2: Das Katzentoiletten-Setup systematisch bewerten

Häufige Probleme & Lösungen:

ProblemWahrscheinliche Lösung
Box ist zu kleinAuf eine viel größere Box upgraden (1,5x Katzenlänge).
Mag keine geschlossene BoxAuf eine große, offene Box umstellen.
Aversion gegen StreutypAuf feinkörnige, unparfümierte Klumpstreu umstellen.
Box ist nicht sauber genugMindestens einmal täglich schaufeln; wöchentlich komplett wechseln.
Standort ist beängstigend/lautAn einen ruhigeren, sichereren Ort umstellen.
Unzureichende Anzahl an BoxenMehr Boxen nach der "n+1"-Regel hinzufügen.

Schritt 3: Umweltstressoren bewerten

  • Einführung eines neuen Haustiers oder Familienmitglieds.
  • Kürzlicher Umzug oder Renovierung.
  • Änderungen im Tagesablauf des Besitzers.
  • Konflikt mit einer anderen Haushaltskatze.

Unangemessenes Substrat-Präferenz

Wenn Ihre Katze bevorzugt:

  • Teppich, Teppiche oder bestimmte Stoffe.
  • Wäschehaufen oder weiche Bettwäsche.
  • Blumenerde von Zimmerpflanzen.
  • Glatte Oberflächen wie Badewannen oder Fliesen.

Effektive Lösungen:

  1. Zugang blockieren: Alufolie, doppelseitiges Klebeband oder Plastikmatten verwenden, um bevorzugte Stellen zu bedecken.
  2. Eine Box dort platzieren: Eine Katzentoilette direkt auf der bevorzugten Oberfläche platzieren.
  3. Textur-Experiment: Streu mit verschiedenen Texturen ausprobieren (weicher, feiner, Pellets).
  4. Unangenehm machen: Futter-/Wassernäpfe oder ein Katzenbett auf der zuvor verschmutzten Stelle platzieren.
  5. Gründlich reinigen: Einen hochwertigen Enzymreiniger verwenden, um Geruch vollständig zu entfernen.

Standortpräferenz (Gehen an die falsche Stelle)

Strategie für das Umtraining:

  1. Tiefenreinigung: Einen Enzymreiniger auf der verschmutzten Stelle verwenden.
  2. Abschreckung: Die Stelle mit Alufolie, Zitrusdüften oder einer Plastik-Teppichunterlage (Noppen nach oben) unattraktiv machen.
  3. Box auf die Stelle stellen: Eine Katzentoilette direkt an die exakte Stelle stellen, die sie gewählt haben.
  4. Allmählich bewegen: Sobald sie die Box zuverlässig benutzen, sie nur 1-2 Zentimeter pro Tag in Richtung des gewünschten Standorts bewegen.
  5. Geduld ist entscheidend: Dieser Prozess kann mehrere Wochen dauern.

Markieren vs. unangemessenes Urinieren

Wie man unterscheidet:

  • Urinieren: Katze hockt, hinterlässt eine große Pfütze auf einer horizontalen Fläche. Meist verbunden mit medizinischen Problemen, Katzentoiletten-Problemen oder Stress.
  • Markieren (Sprayen): Katze steht, oft mit zitterndem Schwanz, und deponiert eine kleine Menge Urin auf einer vertikalen Fläche (Wand, Möbel). Dies ist ein territoriales Verhalten.

Umgang mit Markieren:

  • Kastrieren/Sterilisieren: Reduziert oder beseitigt Markieren bei rund 90% der intakten Kater (Hart & Barrett, 1973, zusammengefasst in Neilson, J Feline Med Surg 2004 — Volltext auf PubMed Central). Dieselbe peer-reviewte Übersichtsarbeit berichtet zudem, dass nur etwa 10% der vor der Geschlechtsreife kastrierten Kater und 5% der vor der Geschlechtsreife sterilisierten Kätzinnen später problematisches Markierverhalten zeigen (Hart & Cooper, 1984, in derselben Quelle). Bei bereits kastrierten Katzen ist der Effekt einer Kastration deutlich geringer; dort stehen Stress- und Umweltmanagement im Vordergrund.
  • Stress reduzieren: Umweltstressoren identifizieren und minimieren.
  • Pheromone verwenden: Feliway-Diffusoren imitieren beruhigende Gesichtspheromone.
  • Ressourcen erhöhen: In Mehrkatzenhaushalten die Anzahl an Katzentoiletten, Futter- und Wasserstellen sowie Rückzugsorten aufstocken, um Konkurrenzdruck zu mindern (im Einklang mit dem „environment of plenty"-Konzept nach Neilson, J Feline Med Surg 2004).

Häufig gestellte Fragen

1. Ist dieser Inhalt für meine Katze geeignet?

Ja, dieser Leitfaden richtet sich an Katzenbesitzer aller Altersstufen. Für einen umfassenderen Einstieg in alle Aspekte der Katzenhaltung – von Erstausstattung über Ernährung bis Gesundheitsvorsorge – empfehlen wir unseren Leitfaden zur Katzenpflege für Erstbesitzer. Wenden Sie sich für individuelle Beratung an Ihren Tierarzt.

2. Wie oft sollte ich zum Tierarzt?

Die 2021 AAHA/AAFP Feline Life Stage Guidelines empfehlen jährliche Kontrolluntersuchungen für erwachsene Katzen, alle 6 Monate für Senioren oder Katzen mit chronischen Erkrankungen.

3. Kann ich diesen Zustand zu Hause behandeln?

Einige leichte Fälle können zu Hause behandelt werden, die meisten Gesundheitsprobleme erfordern jedoch professionelle Beurteilung.

4. Was sind Notfallzeichen bei Katzen?

Atemnot, Ohnmacht, starke Blutungen, kein Urinieren über 24 Stunden oder plötzliche Lähmung sind Notfälle.

5. Wo finde ich weitere Informationen?

Empfohlene Quellen: FelineVMA (ehem. AAFP), AVMA, und Cornell Feline Health Center.


Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine tierärztliche Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen zugelassenen Tierarzt für fallspezifische Beratung.

Zitierte Quellen und Referenzen:

Die klinische Erfahrung von Dr. Felix Bräuer (DVM) und die unabhängige Fachprüfung durch Dr. James Okafor (DVM, Fachtierarzt für Verhaltensmedizin) ergänzen diese externen Quellen.

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