Autor: Dr. Felix Bräuer, DVM — Fachtierarzt für Verhalten · Fachlich geprüft von Dr. James Okafor — spezialisiert auf katzenärztliche Verhaltensmedizin · Aktualisiert am 17. Juli 2026.
Dr. Bräuer ist auf Verhaltensmedizin und Tierschutz spezialisiert; Dr. Okafor übernahm die fachliche Prüfung dieses Leitfadens.
"Was Katzenbesitzer am meisten brauchen, sind Informationen, die wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig praktisch umsetzbar sind." — James Okafor
Probleme mit der Katzentoilette gehören zu den häufigsten Verhaltensherausforderungen, mit denen Katzenbesitzer konfrontiert sind. Die AAFP/ISFM-Leitlinie zur Unsauberkeit bei Katzen beschreibt einen systematischen Ansatz, der medizinische, umweltbezogene und soziale Ursachen gemeinsam berücksichtigt. Glücklicherweise kann die Etablierung richtiger Gewohnheiten von Anfang an die meisten Probleme verhindern. Dieser umfassende Leitfaden bietet alles, was Sie wissen müssen – ob Sie ein neues Kätzchen willkommen heißen, eine erwachsene Katze adoptieren oder bestehende Probleme lösen – um erfolgreiches Katzenkistentraining zu erreichen.
Die natürlichen Instinkte Ihrer Katze verstehen
Die AAFP/ISFM-Leitlinie zu den Umweltbedürfnissen von Katzen betont, dass artspezifische Verhaltensweisen sowie sichere und getrennte Ressourcen bei der Gestaltung eines katzengerechten Zuhauses berücksichtigt werden sollten.
Warum Katzen Katzentoiletten benutzen
Evolutionärer Hintergrund:
- Wildkatzen vergruben ihren Kot, um keine Raubtiere anzulocken.
- Der Geruch wurde versteckt, um Reviergrenzen zu wahren.
- Ein natürlicher Sauberkeitsinstinkt fördert die Hygiene.
Verhalten von Hauskatzen:
- Grab- und Vergrabungsinstinkte sind von Geburt an vorhanden.
- Katzen bevorzugen es, sich weit weg von Futter- und Schlafplätzen zu lösen.
- Sie fühlen sich natürlich von lockeren, saugfähigen Substraten angezogen.
Wann das Training natürlich beginnt
Die Rolle der Mutterkatze:
- 3 Wochen: Die Mutter stimuliert die Ausscheidung.
- 3-4 Wochen: Kätzchen beobachten die Mutter bei der Benutzung der Toilette.
- 4 Wochen: Erste Versuche der eigenständigen Benutzung finden statt.
- 5-6 Wochen: Zuverlässige Katzenkistengewohnheiten sind typischerweise etabliert.
Verwaiste oder im Tierheim aufgezogene Kätzchen:
- Benötigen sanfte menschliche Führung und Ermutigung.
- Das Training kann etwas länger dauern.
- Können davon profitieren, eine ältere, geduldige Katze zu beobachten, falls verfügbar.
Essenzielle Ausrüstung für den Erfolg
Die richtige Katzentoilette wählen
Größenrichtlinien:
Orientieren Sie sich statt an starren Zentimeterwerten an der einzelnen Katze. Die Ohio State University Indoor Pet Initiative empfiehlt eine Toilette, in der die Katze auf allen vier Pfoten stehen und sich vollständig umdrehen kann.
- Kätzchen: Wählen Sie eine ausreichend große Toilette mit niedrigem Einstieg.
- Erwachsene Katzen: Die Katze muss bequem stehen, sich drehen und graben können.
- Große Katzen: Verwenden Sie eine entsprechend geräumige, gut zugängliche Toilette ohne beengten Eingang.
- Mehrkatzenhaushalt: Bieten Sie als Ausgangspunkt eine Toilette pro Katze plus eine zusätzliche an getrennten Standorten an.
Arten von Katzentoiletten:
Offene Toiletten:
- Vorteile: Leichter Zugang, Vorliebe der meisten Katzen, erschwinglich.
- Nachteile: Geruch und Streuverstreuen sind sichtbarer, weniger Privatsphäre.
- Am besten für: Die meisten Katzen, Anfänger und ältere oder arthritische Katzen.
Abgedeckte Toiletten:
- Vorteile: Bietet Privatsphäre, hält Geruch und Streu zurück.
- Nachteile: Kann Gerüche im Inneren festhalten; manche Katzen fühlen sich gefangen oder eingeengt.
- Am besten für: Katzen, die Privatsphäre bevorzugen, oder Haushalte, die Unordnung eingeschlossen brauchen.
Toiletten mit Deckeleinstieg:
- Vorteile: Hervorragend zur Reduzierung von Streuspuren; hält Hunde fern.
- Nachteile: Schwierig für ältere, arthritische oder sehr große Katzen.
- Am besten für: Aktive Katzen und Haushalte mit neugierigen Hunden.
Selbstreinigende Toiletten:
- Vorteile: Ultimative Bequemlichkeit, gewährleistet konsequente Sauberkeit.
- Nachteile: Hohe Anschaffungskosten; mechanische Geräusche können manche Katzen erschrecken.
- Am besten für: Vielbeschäftigte Besitzer oder Mehrkatzenhaushalte.
Spezialtoiletten:
- Hochwandige: Ideal für Katzen, die markieren oder unordentlich graben.
- Niedrige Einstiegshöhe: Perfekt für Kätzchen, Senioren und Katzen mit Mobilitätseinschränkungen.
Die beste Streu auswählen
Typenvergleich:
| Typ | Vorteile | Nachteile | Am besten für |
|---|---|---|---|
| Klumpende Tonstreu | Einfaches Ausheben, ausgezeichnete Geruchskontrolle | Kann stauben, schwer, nicht spülbar | Die meisten Katzen, allgemeiner Gebrauch |
| Nicht-klumpende Tonstreu | Erschwinglich, hoch saugfähig | Erfordert häufigeren Komplettwechsel, Geruchskontrolle kann schwächer sein | Budgetbewusste Besitzer |
| Kristall-/Silikastreu | Langlebig, sehr staubarm, gute Geruchskontrolle | Teurer, Textur ist anders | Vielbeschäftigte Besitzer, wartungsarme Aufbauten |
| Natürliche Streu (Mais/Weizen) | Spülbar, biologisch abbaubar, klumpt gut | Kann Insekten anziehen, wenn nicht richtig gelagert | Umweltbewusste Besitzer |
| Kiefern-/Holzpellets | Natürlicher Duft, leicht, erschwinglich | Klumpt nicht, hat eine einzigartige Textur | Besitzer und Katzen, die den Kiefernduft mögen |
| Recyceltes Papier | Staubfrei, sehr weich, hoch saugfähig | Begrenzte Geruchskontrolle, muss möglicherweise häufig gewechselt werden | Katzen nach Operationen oder mit Atemwegsproblemen |
Was viele Katzen bevorzugen: Die ASPCA-Übersicht zu Katzentoilettenproblemen nennt vor allem mittel- bis feinkörnige, unbeduftete Klumpstreu und eine eher flache Einstreuhöhe.
- Feine bis mittlere Körnung.
- Ungeduftet oder sehr leicht geduftet.
- Eine Tiefe von etwa 2,5-5 cm.
- Eine klumpende Formel zur einfachen Reinigung.
Strategische Platzierung der Katzentoilette
Die goldenen Regeln:
- Bieten Sie nach der Faustregel der Ohio State University eine Kiste pro Katze plus eine zusätzliche an.
- Verteilen Sie die Kisten im gesamten Wohnbereich.
- Halten Sie Kisten von Futter- und Wasserstellen fern.
- Wählen Sie ruhige, wenig frequentierte, aber dennoch zugängliche Orte.
- In mehrstöckigen Häusern platzieren Sie Kisten auf mehreren Etagen.
Ideale Standorte:
- Ruhige Ecken von Gästezimmern oder Badezimmern.
- Bereiche mit mehreren Fluchtwegen (keine Sackgassen).
- Leicht zugängliche Stellen ohne Hindernisse.
Zu vermeidende Standorte:
- Direkt neben Futter- oder Wassernäpfen.
- Hochfrequentierte Bereiche wie Flure oder Küchen.
- Isolierte, schwer erreichbare Ecken (z.B. dunkle Keller).
- In der Nähe lauter Geräte (Waschmaschinen, Heizungen).
- Bereiche, die für Senioren- oder behinderte Katzen Treppen erfordern.
Kätzchentraining: Ein Schritt-für-Schritt-Prozess
Wochen 3-4: Sanfte Einführung
Erstaufbau:
- Verwenden Sie eine flache Kiste mit 5-8 cm hohen Seiten.
- Beginnen Sie mit nicht-klumpender Streu (Kätzchen könnten sie kosten).
- Platzieren Sie die Kiste in der Nähe ihres Nest-/Schlafbereichs.
- Setzen Sie das Kätzchen sanft in die Kiste, um ihm den Ort zu zeigen.
Trainingsprozess:
- Nach jeder Fütterung setzen Sie das Kätzchen in die Katzentoilette.
- Kratzen Sie sanft mit seiner Vorderpfote in der Streu, um es zu demonstrieren.
- Geben Sie ruhiges Lob, wenn es die Kiste beschnüffelt oder untersucht.
- Wiederholen Sie diesen Prozess häufig über den Tag verteilt.
Wochen 4-6: Konsistente Gewohnheiten aufbauen
Etablieren Sie eine Routine:
- Setzen Sie das Kätzchen nach dem Aufwachen, Fressen und Spielen in die Kiste.
- Für sehr junge Kätzchen bieten Sie die Kiste alle 2-3 Stunden an.
Positive Verstärkung ist der Schlüssel:
- Geben Sie sofortiges, sanftes Lob, wenn es die Kiste korrekt benutzt.
- Eine kleine Belohnung nach erfolgreicher Benutzung verstärkt das gute Verhalten.
- Bestrafen Sie niemals für Unfälle – das erzeugt Angst und Unruhe.
- Reinigen Sie Unfälle gründlich mit einem enzymatischen Reiniger, um Gerüche zu entfernen.
Erkennen Sie die Anzeichen:
- Schnüffeln oder Kreisen an einer Stelle auf dem Boden.
- Kratzen am Boden oder Teppich.
- Miauen oder unruhiges Erscheinen.
- Plötzliches Verlassen der Spielzeit.
Häufige Trainingsprobleme bei Kätzchen
Spielen in der Streu:
- Dies ist normales Erkundungsverhalten.
- Wird normalerweise mit 8-10 Lebenswochen überwunden.
- Bieten Sie viele andere anregende Spielzeuge an, um Energie umzuleiten.
Streu fressen:
- Häufig bei sehr jungen, neugierigen Kätzchen.
- Kritisch: Verwenden Sie nur nicht-klumpende Streu, bis diese Phase vorbei ist.
- Konsultieren Sie Ihren Tierarzt, wenn das Verhalten anhält.
Verfehlen der Kiste:
- Die Kiste könnte zu groß oder die Seiten zu hoch sein.
- Probieren Sie eine flachere, kätzchengerechte Kiste.
- Wenn Unfälle an einer bestimmten Stelle passieren, platzieren Sie dort vorübergehend eine Kiste.
Training erwachsener und neu adoptierter Katzen
Eine neue Katze nach Hause bringen
Erstaufbau:
- Beschränken Sie die Katze für die ersten Tage auf einen kleinen, ruhigen Raum (wie ein Badezimmer).
- Platzieren Sie die Katzentoilette in einer offensichtlichen Ecke, weg von Futter und Bett.
- Verwenden Sie nach Möglichkeit denselben Streutyp wie in ihrem vorherigen Zuhause.
- Lassen Sie sie die Kiste auf eigene Faust erkunden.
Die ersten Tage:
- Setzen Sie die Katze bei Ankunft und nach den Mahlzeiten sanft in die Kiste.
- Loben Sie jegliche Untersuchung oder Benutzung der Kiste.
- Erweitern Sie ihren Zugang zum Rest des Hauses schrittweise, sobald sie die Kiste zuverlässig benutzt.
Ehemalige Freigänger-Katzen umgewöhnen
Die Herausforderung verstehen:
- An das Lösen auf Gras oder Erde gewöhnt.
- Könnte einen anderen Rhythmus und starke Territorialinstinkte haben.
Effektive Strategien:
- Beginnen Sie mit einer Streu, die das Draußen imitiert, wie eine erdbasierte oder Grassamen-Mischung.
- Mischen Sie über mehrere Wochen hinweg schrittweise eine Standard-Klumpstreu unter.
- Platzieren Sie die Kiste in der Nähe der Tür, die sie für den Ausgang benutzen.
- Beschränken Sie während des Trainings vorübergehend den unbeaufsichtigten Zugang nach draußen.
- Seien Sie geduldig: Dieser Übergang kann mehrere Wochen dauern.
Praxisnahe Fallmuster und Beobachtungsprotokoll
Die folgenden Kurzfälle fassen typische Entscheidungssituationen aus den verlinkten Fachquellen zusammen. Sie zeigen, wie eine konkrete Beobachtung den nächsten Schritt verändert, und ersetzen keine individuelle Diagnose.
Fallmuster 1 – Plötzliche Unsauberkeit mit Pressen: Eine zuvor zuverlässige Katze besucht die Toilette wiederholt, presst, miaut und setzt nur kleine Urinmengen ab. Das ist kein Fall für erneutes Training. Kontaktieren Sie umgehend eine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst. Die ASPCA nennt häufiges Pressen, geringe Urinmengen, Schmerzlaute und Blut als mögliche Anzeichen eines medizinischen Problems.
Fallmuster 2 – Blockierter Zugang im Mehrkatzenhaushalt: Eine Katze benutzt die Toilette, wenn sie allein ist, meidet sie aber, sobald die zweite Katze den Flur oder den einzigen Ausgang besetzt. Dieses Muster macht eine Zugangsblockade prüfenswert. Verteilen Sie offene Toiletten und andere wichtige Ressourcen auf getrennte, möglichst nicht direkt einsehbare Standorte. Die AAFP/ISFM-Umweltleitlinie beschreibt diese räumliche Trennung als Mittel gegen Konkurrenz, Mobbing und Stress.
Fallmuster 3 – Freigänger bevorzugt Blumenerde: Eine ehemalige Freigänger-Katze ignoriert die neue Streu, scharrt aber wiederholt in Blumenerde. Stellen Sie zwei Toiletten nebeneinander: eine mit einem vertraut wirkenden Substrat und eine mit der gewünschten Streu. Verändern Sie das Substrat anschließend schrittweise. Die ASPCA beschreibt solche Oberflächenpräferenzen; die Ohio State University empfiehlt bei einem Streuwechsel einen parallelen Wahltest.
Ein Protokoll für den Tierarzttermin führen
Die AAFP/ISFM-Leitlinie zur Unsauberkeit empfiehlt eine chronologische Anamnese und einen einfachen Wohnungsgrundriss, um medizinische, räumliche und soziale Auslöser voneinander abzugrenzen. Notieren Sie:
- Datum und Uhrzeit jedes Vorfalls.
- Urin, Kot oder Markieren an einer vertikalen Fläche.
- Den genauen Ort und die bevorzugte Oberfläche.
- Welche Toilette erreichbar war, welche Streu darin lag und wann sie gereinigt wurde.
- Welche Menschen, Tiere oder lauten Geräte sich in der Nähe befanden.
- Pressen, Schmerzlaute, Blut, auffälligen Durst oder andere körperliche Veränderungen.
Nehmen Sie das Protokoll und den markierten Grundriss zum Tierarzttermin mit.
Häufige Katzentoilettenprobleme lösen
Medizinische Ursachen zuerst ausschließen
Häufige medizinische Probleme laut der AAFP/ISFM-Leitlinie:
- Harnwegsinfektionen (HWI) oder Blasensteine.
- Nierenerkrankung oder Diabetes.
- Arthritis (erschwert den Einstieg/Ausstieg schmerzhaft).
- Verstopfung oder gastrointestinale Probleme.
- Kognitiver Abbau bei Seniorkatzen.
Warnzeichen-Symptome:
- Pressen beim Urinieren oder Kotabsatz mit wenig Ausscheidung.
- Blut im Urin oder Kot.
- Lautäußerungen (Miauen) während des Kistengangs.
- Drastische Zunahme oder Abnahme der Häufigkeit.
- Plötzliches Lösen außerhalb der Kiste bei einer zuvor zuverlässigen Katze.
Sofortige Maßnahme: Bei Pressen mit wenig oder keinem Urin, Blut oder Schmerzlauten kontaktieren Sie unverzüglich eine Tierarztpraxis oder den Notdienst. Bei plötzlicher Unsauberkeit ohne akute Warnzeichen sollte ebenfalls zeitnah eine vollständige Untersuchung erfolgen. Die weitere Diagnostik kann je nach Anamnese und Befund eine Urinanalyse, Urinkultur, Blutuntersuchungen oder Bildgebung umfassen.
Verhaltensbedingte Ursachen angehen
Katzenkisten-Aversion (Die Katze mag das Kistensetup nicht):
Mögliche Ursachen:
- Eine schmutzige oder übelriechende Kiste.
- Ein Streutyp oder -duft, den die Katze nicht mag.
- Eine zu kleine oder schwer zugängliche Kiste.
- Eine negative Assoziation (z.B. Überraschung durch ein anderes Haustier an der Kiste).
- Ein stressiger oder lauter Standort.
Lösungen:
- Heben Sie mindestens einmal täglich aus; waschen Sie wöchentlich komplett.
- Experimentieren Sie mit 2-3 verschiedenen ungedufteten Streutypen in separaten Kisten.
- Wechseln Sie zu einer größeren, offeneren Kiste.
- Stellen Sie sicher, dass der Kistenstandort sicher und friedlich ist.
- Fügen Sie mehr Kisten an verschiedenen Orten hinzu.
Oberflächen- oder Standortpräferenz:
- Die Katze könnte eine Vorliebe für weiche Oberflächen (Teppich, Bettzeug) oder glatte (Fliesen, Badewanne) entwickeln.
Lösungen:
- Machen Sie die bevorzugte Oberfläche unzugänglich (mit Folie abdecken, doppelseitiges Klebeband).
- Platzieren Sie eine Katzentoilette direkt auf dieser Stelle und bewegen Sie sie dann schrittweise einige Zentimeter pro Tag an einen geeigneteren Ort.
- Verwenden Sie eine Streu, die die bevorzugte Textur imitiert (z.B. eine weiche, feinkörnige Streu für Teppichliebhaber).
Stress und Angst bewältigen
Häufige Stressauslöser:
- Ein neues Haustier, Baby oder Person im Haushalt.
- Umzug in ein neues Haus oder Renovierung.
- Änderungen im Tagesablauf oder im Zeitplan des Besitzers.
- Konflikt mit einer anderen Hauskatze.
Anzeichen stressbedingter Probleme:
- Lösen direkt neben, aber nicht in der Kiste.
- Markieren mit Urin an vertikalen Flächen.
- Gehen an auffälligen Stellen wie in der Nähe von Türen oder Fenstern.
Lösungen:
- Verwenden Sie synthetische Pheromon-Diffusoren (z. B. Feliway); die AAFP/ISFM-Umweltleitlinie beschreibt synthetische Analoga des Gesichtspheromons als mögliche Unterstützung in ungewohnten oder stressreichen Situationen.
- Erhöhen Sie die Anzahl der Katzentoiletten und verteilen Sie sie.
- Bieten Sie ausreichend vertikalen Raum, Versteckmöglichkeiten und individuelle Ressourcen.
- Konsultieren Sie in schweren Fällen Ihren Tierarzt bezüglich angstlösender Ergänzungsmittel oder Medikamente.
Mehrkatzenhaushalt-Dynamiken
Häufige Probleme:
- Eine Katze blockiert den Zugang zu oder "bewacht" Katzentoiletten.
- Mobbing oder Überraschungsangriffe an der Kiste treten auf.
- Territoriales Markieren nimmt zu.
Essenzielle Lösungen:
- Die goldene Regel: Eine Kiste pro Katze plus eine zusätzliche, an getrennten Standorten (Ohio State University).
- Platzieren Sie Kisten auf mehreren Etagen und in verschiedenen Sozialbereichen.
- Verwenden Sie offene Kisten oder Kisten mit mehreren Ausgängen, um ein Gefangensein zu verhindern.
- Stellen Sie sicher, dass jede Katze eigene Futter-, Wasser- und Schlafbereiche hat und Ressourcen möglichst nicht direkt einsehbar verteilt sind, wie es die AAFP/ISFM-Umweltleitlinie empfiehlt.
Reinigungs- und Wartungsprotokoll
Die Ohio State University Indoor Pet Initiative empfiehlt, Katzentoiletten täglich auszuheben und wöchentlich mit mildem Spülmittel zu waschen.
Tägliche Routine
- Heben Sie allen Kot und alle Klumpen aus den Kisten mindestens einmal, idealerweise zweimal täglich aus.
- Füllen Sie Streu nach, um eine Tiefe von etwa 2,5-5 cm zu halten.
- Untersuchen Sie den Kot auf Veränderungen in Menge, Konsistenz oder Anzeichen von Blut.
Wöchentliche Grundreinigung
- Entleeren Sie die gesamte alte Streu.
- Waschen Sie die Kiste mit mildem, unbeduftetem Spülmittel und warmem Wasser.
- Vermeiden Sie stark parfümierte Reiniger und Raumdeodorants in der Nähe der Katzentoilette.
- Spülen Sie gründlich ab, bis alle Seifen- oder Reinigerrückstände entfernt sind.
- Lassen Sie die Kiste vollständig trocknen und füllen Sie anschließend frische Streu bis zur gewohnten Tiefe ein.
Fazit
Erfolgreiches Katzenklo-Training beruht auf einer passenden, sauberen und gut erreichbaren Toilette, einer beständigen Routine und geduldiger positiver Verstärkung. Bestrafen Sie Unfälle nicht. Beobachten Sie stattdessen Ort, Oberfläche, Körpersprache und mögliche Veränderungen im Haushalt. Wird eine zuvor zuverlässige Katze plötzlich unsauber oder zeigt sie körperliche Warnzeichen, steht die tierärztliche Abklärung vor jedem weiteren Training.
Häufig gestellte Fragen
1. Wie viele Katzentoiletten brauche ich?
Als Ausgangspunkt gilt eine Toilette pro Katze plus eine zusätzliche. Verteilen Sie die Toiletten auf getrennte, gut zugängliche Standorte, statt sie unmittelbar nebeneinander aufzustellen. Diese Faustregel wird auch von der Ohio State University Indoor Pet Initiative empfohlen.
2. Welche Streu eignet sich für die meisten Katzen?
Viele Katzen bevorzugen unbeduftete Klumpstreu mit mittel- bis feiner Körnung und einer flachen Einstreuhöhe. Wenn Sie den Streutyp wechseln müssen, bieten Sie alten und neuen Typ zunächst parallel in getrennten Toiletten an, damit Ihre Katze wählen kann.
3. Wie gewöhne ich eine ehemalige Freigänger-Katze an die Toilette?
Beginnen Sie mit einem Substrat, das Erde oder Gras ähnelt. Mischen Sie die gewünschte Streu schrittweise unter oder bieten Sie beide Varianten parallel an. Verändern Sie Standort und Streutyp nicht gleichzeitig, damit Sie erkennen können, was die Katze akzeptiert.
4. Woran erkenne ich Urinmarkieren?
Beim Markieren setzt eine Katze meist eine kleinere Urinmenge an einer vertikalen Fläche ab, häufig mit aufgerichtetem, möglicherweise zuckendem Schwanz. Bei gewöhnlicher Unsauberkeit befindet sich eher eine größere Menge auf einer horizontalen Fläche. Die ASPCA weist darauf hin, dass Markieren und Toilettenvermeidung unterschiedliche Ursachen haben und getrennt beurteilt werden sollten.
5. Wann muss meine Katze zum Tierarzt?
Kontaktieren Sie unverzüglich eine Tierarztpraxis oder den Notdienst, wenn Ihre Katze wiederholt presst und wenig oder keinen Urin absetzt, bei der Ausscheidung Schmerzen zeigt oder Blut im Urin beziehungsweise Kot sichtbar ist. Auch plötzliche Unsauberkeit bei einer zuvor zuverlässigen Katze sollte zeitnah untersucht werden.
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine tierärztliche Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen zugelassenen Tierarzt für fallspezifische Beratung.
Zitierte Quellen:
- AAFP/ISFM Guidelines for Diagnosing and Solving House-Soiling Behavior in Cats, Journal of Feline Medicine and Surgery (2014)
- AAFP/ISFM Feline Environmental Needs Guidelines, Journal of Feline Medicine and Surgery (2013)
- Ohio State University Indoor Pet Initiative: Litter Boxes
- ASPCA: Litter Box Problems

