Häufige Gesundheitsprobleme bei Katzen (Leitfaden 2026)

Lernen Sie, die Anzeichen häufiger Katzenkrankheiten zu erkennen, von Katzenschnupfen bis hin zu Nierenerkrankungen. Dieser unverzichtbare Leitfaden hilft Ihnen zu wissen, wann Sie beobachten und wann Sie tierärztliche Notfallversorgung aufsuchen sollten.

Häufige Gesundheitsprobleme bei Katzen (Leitfaden 2026)

Über diesen Artikel — geschrieben von Dr. Anne Schmidt, DVM (Fachtierärztin, Schwerpunkt Ernährung und innere Medizin der Katze), tierärztlich geprüft von Dr. Maria Chen (Spezialisierung Katzenernährung und Innere Medizin). Aktualisiert am 17. Juli 2026. Dr. Chen hat den Beitrag fachlich gegengelesen, damit Empfehlungen zu Symptomen, Diagnostik und Notfallgrenzen dem aktuellen Stand der veterinärmedizinischen Leitlinien entsprechen. Konkrete Fallbeispiele aus der Praxis stammen aus der gemeinsamen Sprechstundenerfahrung beider Tierärztinnen.

"Was Katzenbesitzer am meisten brauchen, sind Informationen, die wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig praktisch umsetzbar sind." — Maria Chen

Katzen sind Meister darin, Unwohlsein zu verbergen – ein Überlebensinstinkt, der die Diagnose häufig um Wochen verzögert. In der Sprechstunde sehen wir immer wieder, dass Besitzer erst dann kommen, wenn die Katze schon 24–48 Stunden nicht mehr frisst oder sich hinter dem Sofa versteckt. Dieser Leitfaden beschreibt die häufigsten Erkrankungen, ihre Frühsymptome und klare Notfallgrenzen, damit Sie kritische von beobachtbaren Fällen unterscheiden können. Eine ausführliche Übersicht zu Frühsymptomen finden Sie auch in unserem Artikel 10 kritische Warnzeichen, dass Ihre Katze krank ist.

Infektionen der oberen Atemwege (URI)

Eine genauere Anleitung zu Erkennung und Behandlung von URI finden Sie in unserem Spezialartikel Atemwegsinfektionen bei Katzen: Leitfaden zu URI.

Was ist das?

Oft als "Erkältung" der Katze bezeichnet, werden URIs typischerweise durch Viren wie das Feline Herpesvirus (FHV-1) oder Felines Calicivirus (FCV) verursacht. In der Praxis sehen wir URI gehäuft nach Stresssituationen (Tierheimaufenthalt, Umzug, neue Katze im Haushalt) und bei ungeimpften Jungtieren.

Symptome

  • Niesen und Nasenausfluss (klar oder verfärbt)
  • Wässrige, gerötete oder verklebte Augen
  • Appetitlosigkeit oder Desinteresse am Futter
  • Lethargie und reduzierte Aktivität
  • Fieber (rektal > 39,2 °C)
  • Mundgeschwüre (häufig bei Calicivirus)

Wann zum Tierarzt

  • Notfall: Atembeschwerden, Maulatmung oder extreme Lethargie.
  • Innerhalb von 24 Stunden: Verweigerung von Futter oder Wasser für mehr als einen Tag. Katzen, die länger als 24 Stunden nicht fressen, entwickeln schnell eine hepatische Lipidose – gerade bei übergewichtigen Tieren ist das ein eigenständiges Risiko.
  • Zu Hause beobachten: Leichtes, gelegentliches Niesen bei einer ansonsten gesunden, geimpften erwachsenen Katze.

Vorbeugung

  • Halten Sie die FVRCP-Impfungen aktuell (FelineVMA 2020 Feline Vaccination Guidelines).
  • Quarantäne für neue Katzen für 10–14 Tage vor der Zusammenführung.
  • Stress in Mehrkatzenhaushalten minimieren (FelineVMA 2024 Intercat Tension Guidelines).
  • Für gute Belüftung und Luftqualität sorgen.

Harnwegserkrankungen

Harnwegsinfektionen (UTI)

Bakterielle Infektionen, häufiger bei älteren Katzen, insbesondere Kätzinnen. In der Sprechstunde fällt auf, dass reine bakterielle UTIs bei jungen Katzen tatsächlich selten sind – wir finden meist eine idiopathische Zystitis als Ursache.

Symptome

  • Häufige Toilettengänge mit geringer Urinmenge
  • Pressen oder Schreien beim Urinieren
  • Blut im Urin (Hämaturie)
  • Urinieren außerhalb der Katzentoilette
  • Übermäßiges Lecken des Genitalbereichs

Feline Lower Urinary Tract Disease (FLUTD)

Ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, einschließlich Harnkristallen, -steinen und idiopathischer Zystitis (Entzündung ohne Infektion). FLUTD betrifft schätzungsweise 0,5–1 % der Katzenpopulation und tritt gehäuft bei jungen, übergewichtigen Wohnungskatzen auf.

Symptome

  • Pressen beim Urinieren
  • Nur geringe Urinmengen
  • Blut im Urin
  • Lautäußerungen in der Katzentoilette
  • Erhöhte Unruhe oder Verstecken

Harnwegsobstruktion (Ein echter Notfall)

Eine lebensbedrohliche Verstopfung, am häufigsten bei Katern aufgrund ihrer engen Harnröhre.

Symptome

  • Wiederholtes Pressen ohne Urinabsatz – das wichtigste Warnzeichen
  • Sichtbare Schmerzen, Schreien oder Unruhe
  • Erbrechen
  • Lethargie bis hin zum Zusammenbruch

Wann sofortige Notfallversorgung nötig ist

SOFORT HINFAHREN. Eine komplette Harnröhrenverlegung führt laut etablierter veterinärmedizinischer Literatur (Feline Lower Urinary Tract Disease) innerhalb von 36–48 Stunden zu Nierenversagen und kann innerhalb von 72 Stunden tödlich enden.

Vorbeugung

  • Nassfutter in die Ernährung einbeziehen, um die Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen.
  • Mehrere Quellen mit frischem, sauberem Wasser bereitstellen – Trinkbrunnen werden von vielen Katzen besser angenommen als stehendes Wasser.
  • Stressreduktionstechniken anwenden (Pheromon-Diffusoren, ruhige Rückzugsorte, "1+1"-Regel bei Mehrkatzenhaushalten).
  • Durch Ernährung und Bewegung ein gesundes Gewicht halten.
  • Katzentoiletten makellos sauber halten.

Zahnerkrankungen

Arten von Zahnproblemen

Gingivitis

  • Rote, entzündete und blutende Zahnfleischränder
  • Anhaltender Mundgeruch (Halitosis)
  • Die Vorstufe zu schwererer Parodontalerkrankung

Parodontitis

  • Infektion und Zerstörung des Zahnhalteapparats (Gewebe und Knochen)
  • Kann zu Zahnverlust führen und Bakterien in die Blutbahn gelangen lassen, was wichtige Organe (Herz, Nieren, Leber) beeinträchtigt

FORL (Feline odontoklastische resorptive Läsionen)

  • Eine schmerzhafte Erkrankung, bei der die Zahnsubstanz durch körpereigene Zellen abgebaut wird
  • Laut der etablierten veterinärzahnmedizinischen Literatur (van Wessum et al. 1992, Feline odontoclastic resorptive lesion) sind schätzungsweise bis zu zwei Drittel aller Katzen betroffen, besonders solche über fünf Jahre
  • In unserer Praxis sind FORLs der häufigste Grund für Zahnextraktionen bei Senioren – oft zeigen die Tiere nur subtile Vorlieben für weiches Futter, bevor die Diagnose fällt

Symptome

  • Mundgeruch, der nicht der normale "Katzenatem" ist
  • Sabbern oder Fallenlassen von Futter
  • Kauprobleme, Bevorzugung einer Seite oder Verweigerung von Trockenfutter
  • Pfoten an Maul oder Gesicht
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust

Wann zum Tierarzt

  • Jährliche Zahnkontrollen vereinbaren – idealerweise mit dentalem Röntgen unter Narkose.
  • Denken Sie daran: Mundgeruch ist ein Krankheitszeichen, kein Normalzustand.
  • Jede Fressunlust rechtfertigt einen zeitnahen Tierarztbesuch.

Vorbeugung

  • Goldstandard: Tägliches Zähneputzen mit Katzenzahnpasta – beginnen Sie langsam und geduldig.
  • Tierärztlich empfohlene Zahnpflegediäten, Leckerlis und Wasserzusätze verwenden.
  • Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen unter Narkose einplanen, wie sie auch die FelineVMA Feline Oral Health and Dental Care Guidelines (2025) empfehlen.

Chronische Nierenerkrankung (CNE/CKD)

Überblick

Eine fortschreitende, irreversible Erkrankung, die bei Seniorkatzen extrem verbreitet ist und einen erheblichen Anteil der Katzen über 12 Jahre betrifft. In der Sprechstunde zeigt sich, dass selbst aufmerksame Besitzer die schleichenden Frühsymptome oft übersehen – der Übergang von "trinkt etwas mehr" zu "richtig krank" wird häufig erst im Stadium 3 nach IRIS bemerkt.

Symptome

  • Deutlich gesteigerter Durst und Wasserkonsum – messen Sie Wassernäpfe regelmäßig nach
  • Deutlich gesteigerte Urinmenge und Toilettenbenutzung
  • Allmählicher Gewichtsverlust und Muskelschwund (über den Rippen und am Rücken tastbar)
  • Verminderter oder wählerischer Appetit
  • Gelegentliches Erbrechen
  • Mundgeruch mit chemischem (ammoniakähnlichem) Geruch
  • Lethargie und schlechtes Fell

Stadien

Die IRIS (International Renal Interest Society) klassifiziert CKD in vier Stadien:

  1. Stadium 1: Nierenschaden bei normaler Funktion (durch Blut-/Urintests nachweisbar).
  2. Stadium 2: Leichte Niereninsuffizienz mit geringen klinischen Anzeichen.
  3. Stadium 3: Mittelschwere Niereninsuffizienz; medizinisches Management erforderlich.
  4. Stadium 4: Schwere, terminale Niereninsuffizienz.

Wann zum Tierarzt

  • Alle Seniorkatzen (7+) sollten jährliche Blutuntersuchungen (SDMA, Kreatinin, BUN) und Urinanalysen (spezifisches Gewicht, UPC) haben – die FelineVMA empfiehlt dies in den 2021 Feline Senior Care Guidelines.
  • Jede merkliche Zunahme von Durst oder Urinabsatz ist ein Hauptindikator für Tests.
  • Frühe Diagnose und Intervention können die Lebensqualität deutlich verlängern.

Management

  • Nierendiät (phosphorarm, hochwertiges Protein).
  • Subkutane Flüssigkeitstherapie zu Hause zur Aufrechterhaltung der Hydration.
  • Medikamente zur Kontrolle von Übelkeit, Blutdruck und Phosphorspiegeln.
  • Regelmäßige tierärztliche Kontrollen zur Anpassung des Behandlungsplans.

Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)

Überblick

Eine Überproduktion von Schilddrüsenhormon, eine der häufigsten endokrinen Erkrankungen bei älteren Katzen (in der Regel ab 10 Jahren).

Symptome

  • Gewichtsverlust trotz Heißhunger – das klassischste Zeichen, das Besitzer zu uns führt
  • Hyperaktivität, Unruhe oder vermehrte Lautäußerungen (nächtliches Schreien ist häufig)
  • Erhöhter Durst und Urinabsatz
  • Erbrechen und/oder Durchfall
  • Ungepflegtes, fettiges oder verfilztes Fell
  • Schnelle Herzfrequenz (Tachykardie)

Diagnose

  • Wird durch einen Bluttest mit erhöhtem Schilddrüsenhormon (Gesamt-T4) bestätigt.
  • Zusätzliche Tests (Blutdruck, Herzultraschall, Nierenwerte) werden oft empfohlen, da Hyperthyreose häufig mit Herzerkrankungen und CKD vergesellschaftet ist.

Behandlungsoptionen

  1. Tägliche orale Medikation: Methimazol-Tabletten oder transdermales Gel (auf die Innenseite der Ohrmuschel aufgetragen) zur Kontrolle der Hormonproduktion.
  2. Radioiodtherapie (I-131): Eine einmalige, heilende Behandlung, die abnormales Schilddrüsengewebe zerstört – in unserer Überweisungspraxis die Therapie der Wahl, wenn Nierenfunktion und Gesamtzustand passen.
  3. Chirurgische Thyreoidektomie: Operative Entfernung der betroffenen Schilddrüse(n), heute seltener als I-131.
  4. Spezialdiät: Streng jodreduziertes Futter (z.B. Hill's y/d), nur sinnvoll, wenn die Katze kein anderes Futter bekommt.

Wann zum Tierarzt

  • Jede Seniorkatze mit unerklärtem Gewichtsverlust sollte untersucht werden.
  • Jährliche Senior-Blutuntersuchungen sind entscheidend für die Früherkennung.

Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit)

Überblick

Eine Stoffwechselstörung, bei der der Körper den Blutzucker (Glukose) nicht richtig regulieren kann, zunehmend in Verbindung mit Fettleibigkeit bei Katzen.

Typen

  • Typ 1: Insulinabhängig (selten bei Katzen).
  • Typ 2: Insulinresistenz, bei der der Körper nicht richtig auf Insulin reagiert (am häufigsten und oft reversibel) – die meisten unserer Diabetes-Patienten gehören in diese Kategorie.

Symptome

  • Übermäßiger Durst und Urinabsatz
  • Gewichtsverlust trotz gutem (oder sogar gesteigertem) Appetit
  • Lethargie und Schwäche
  • Schlechter Fellzustand
  • Plantigrader Stand (Gehen auf den Sprunggelenken) – ein Spätzeichen, das auf eine diabetische Neuropathie hinweist

Risikofaktoren

  • Fettleibigkeit (der größte modifizierbare Risikofaktor)
  • Körperliche Inaktivität
  • Hochkohlenhydrat-Diäten
  • Männliches Geschlecht
  • Bestimmte Rassedispositionen (z.B. Burma)

Wann zum Tierarzt

  • Die klassische Trias aus gesteigertem Durst, Urinabsatz und Gewichtsverlust ist ein großes Warnzeichen.

Management

  • Insulininjektionen: Typischerweise zweimal täglich verabreicht. Die meisten Katzen tolerieren die Spritzen erstaunlich gut, wenn man behutsam an die Routine herangeht.
  • Diätmanagement: Umstellung auf eine proteinreiche, kohlenhydratarme Spezialdiät.
  • Gewichtsreduktion: Allmählicher, kontrollierter Gewichtsverlust bei übergewichtigen Katzen ist entscheidend – zu schnelles Abnehmen kann eine hepatische Lipidose auslösen.
  • Regelmäßige Überwachung: Blutzuckerkurven zu Hause und tierärztliche Kontrollen.

Positiver Hinweis: Mit frühzeitigem, aggressivem Management können viele Katzen – besonders nach Gewichtsabnahme – eine diabetische Remission erreichen.

Herzerkrankungen

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

Die häufigste Herzerkrankung bei Katzen, gekennzeichnet durch eine Verdickung des Herzmuskels. Die Krankheit schreitet oft schleichend voran, bis sie sich in einem scheinbar plötzlichen Notfall manifestiert.

Symptome (Oft subtil oder fehlend)

  • Kann jahrelang symptomfrei sein.
  • Schnelle Atmung oder Atemanstrengung in Ruhe (> 40 Atemzüge/Min. ist verdächtig).
  • Lethargie und reduzierte Aktivität.
  • Akute Atembeschwerden (ein Zeichen von Herzinsuffizienz) – in der Praxis ein extrem häufiger Notfallgrund.
  • Plötzliche Lähmung der Hinterbeine durch ein Blutgerinnsel (saddle thrombus) – die Katze zieht die Hinterbeine nach und schreit vor Schmerz.
  • Plötzlicher Tod in schweren, undiagnostizierten Fällen.

Screening

  • Jährliches Herzscreening (Abhören auf Herzgeräusche) wird empfohlen, besonders für Risikorassen (Maine Coon, Ragdoll, Sphynx, Britisch Kurzhaar).
  • Eine definitive Diagnose erfordert eine Echokardiographie (Herzultraschall) durch einen Kardiologen.

Wann sofortige Notfallversorgung nötig ist

  • Jegliche Atembeschwerden oder Maulatmung.
  • Plötzlicher Zusammenbruch oder Unfähigkeit, die Hinterbeine zu benutzen.
  • Blasse oder bläulich verfärbte Schleimhäute.

Krebs

Häufige Krebsarten bei Katzen

Lymphom

Der häufigste Katzenkrebs, oft den Magen-Darm-Trakt betreffend, kann aber überall auftreten.

Mammatumor (Gesäugekrebs)

  • Betrifft vorwiegend unkastrierte Kätzinnen – Mammatumore sind die dritthäufigste Krebsart bei Katzen.
  • Laut etablierter veterinäronkologischer Literatur (Mammary tumor) wird das Risiko durch Kastration vor dem 6. Lebensmonat um etwa 91 % gesenkt.

Hautkrebs

  • Plattenepithelkarzinom, oft an Ohren/Nase von weißen oder hellen Katzen (UV-bedingt).
  • Injektionsstellensarkome (ein seltener, aber aggressiver Tumor im Zusammenhang mit Impfungen/Injektionen, gegen den die FelineVMA 2020 Feline Vaccination Guidelines inzwischen konkrete Impfstellen-Empfehlungen ausspricht).

Allgemeine Symptome

  • Unerklärlicher, fortschreitender Gewichtsverlust
  • Jede neue Beule oder Schwellung, die sich in der Größe verändert
  • Nicht heilende Wunden oder Geschwüre
  • Anhaltende Appetitveränderungen
  • Lethargie und Verstecken
  • Probleme beim Fressen, Schlucken oder Atmen

Wann zum Tierarzt

  • Lassen Sie jede neue Masse zeitnah abklären – eine frühe Biopsie ist entscheidend.
  • Untersuchen Sie jeden unerklärlichen Gewichtsverlust.
  • Notieren und melden Sie signifikante Verhaltensänderungen.

Parasiten

Äußere Parasiten

ParasitSymptomeWichtige Punkte
FlöheKratzen, Haarausfall, "Flohkot", BandwürmerMonatliche Prophylaxe ist essenziell. Die Wohnumgebung behandeln (95 % der Flohpopulation lebt in der Umgebung, nicht am Tier).
ZeckenSichtbar anhaftende ZeckenKönnen Krankheiten übertragen (z.B. Borreliose, Anaplasmose). Tierärztlich empfohlene Prophylaxe verwenden.
OhrmilbenKopfschütteln, Kratzen an den Ohren, dunkler kaffeesatzartiger AusflussHoch ansteckend. Erfordert verschreibungspflichtige Medikamente.

Innere Parasiten

ParasitSymptomeWichtige Punkte
SpulwürmerAufgeblähter Bauch, Erbrechen von Würmern, DurchfallHäufig bei Kätzchen. Übertragung von der Mutter oder der Umwelt.
BandwürmerReisähnliche Segmente am After oder im KotOft Folge der Aufnahme eines infizierten Flohs.
HerzwürmerHusten, asthmaähnliche Anfälle, plötzlicher TodDurch Mücken übertragen. Die Behandlung ist extrem riskant; Vorbeugung ist entscheidend.

Hauterkrankungen

Eine ausführliche Anleitung zu Allergien, Infektionen und Hautpilz finden Sie in unserem Artikel Hauterkrankungen bei Katzen: Leitfaden für Allergien, Infektionen und Behandlungen.

Allergien

  • Futtermittelallergien: Verursachen Juckreiz (oft im Gesicht/Hals), Magen-Darm-Beschwerden.
  • Umweltallergien (Atopie): Saisonaler oder ganzjähriger Juckreiz, oft an Pfoten, Gesicht und Ohren.
  • Flohspeichelallergie: Starker Juckreiz durch nur einen oder zwei Flohbisse.

Hautpilz (Dermatophytose)

  • Eine ansteckende Pilzinfektion, kein Wurm.
  • Verursacht kreisförmige haarlose Stellen, Schuppung und Krusten.
  • Erfordert antimykotische Behandlung und gründliche Reinigung der Umgebung.

Räude

  • Verursacht durch mikroskopische Milben (z.B. Demodex, Notoedres).
  • Führt zu starkem Juckreiz, Haarausfall und Krusten.
  • Diagnose erfordert Hautgeschabsel; Behandlung ist verschreibungspflichtig.

Magen-Darm-Probleme

Erbrechen

Gelegentliche Haarballen können normal sein. Häufiges Erbrechen (mehr als einmal pro Woche) ist es nicht.

Mögliche Ursachen

  • Futterindiskretion (Aufnahme von Unverdaulichem)
  • Futtermittelunverträglichkeit oder -allergie
  • Inflammatorische Darmerkrankung (IBD)
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Darmverschluss (Fremdkörper – eine häufige Spielzeug-/Schnur-Notfallursache, die wir regelmäßig sehen)
  • Systemische Erkrankungen (Niere, Leber, Schilddrüsenüberfunktion)

Durchfall

Akut (kurzfristig): Oft durch Futterumstellung, Parasiten oder Infektionen. Chronisch (anhaltend): Erfordert eine diagnostische Abklärung für Erkrankungen wie IBD, Parasiten oder Futtermittelallergien.

Wann zum Tierarzt

  • Blut (rot oder schwarz, teerig) im Erbrochenen oder Kot.
  • Durchfall oder Erbrechen, das länger als 24–48 Stunden anhält.
  • Symptome begleitet von Lethargie, Schmerzen oder Fieber.
  • Jedes Ereignis in Verbindung mit einer bekannten Giftaufnahme.

Verstopfung (Obstipation)

Besonders häufig bei älteren, übergewichtigen Wohnungskatzen. Anzeichen: häufige, erfolglose Toilettenbesuche, harter Kot, Schmerzen beim Absetzen, gelegentlich Blut- oder Schleimbeimengungen. In schweren Fällen kann sich eine sogenannte Megakolon-Situation entwickeln, die chirurgisch versorgt werden muss. Achten Sie bei älteren Katzen auf regelmäßigen, geformten Kot – eine plötzliche Abnahme der Kotmenge ist ein Frühwarnzeichen.


Häufig gestellte Fragen

1. Ist dieser Inhalt für meine Katze geeignet?

Ja, dieser Leitfaden richtet sich an Katzenbesitzer aller Altersstufen. Wenden Sie sich für individuelle Beratung an Ihren Tierarzt – jede Katze hat eine eigene Vorgeschichte.

2. Wie oft sollte ich zum Tierarzt?

Die AAFP/FelineVMA empfiehlt jährliche Kontrolluntersuchungen für erwachsene Katzen, alle 6 Monate für Senioren (ab 7–10 Jahren) oder Katzen mit chronischen Erkrankungen.

3. Kann ich diesen Zustand zu Hause behandeln?

Manche leichten Fälle (z.B. ein einzelnes Niesen, gelegentliches Haarballenerbrechen) können zu Hause beobachtet werden. Die meisten Gesundheitsprobleme erfordern jedoch eine professionelle Beurteilung.

4. Was sind Notfallzeichen bei Katzen?

Atemnot, Ohnmacht, starke Blutungen, kein Urinieren über 24 Stunden, plötzliche Lähmung der Hinterbeine, aufgeblähter harter Bauch oder bekannte Giftaufnahme sind Notfälle.

5. Wo finde ich weitere Informationen?

Empfohlene Quellen: FelineVMA Practice Guidelines, IRIS CKD Guidelines, Cornell Feline Health Center, AVMA Pet Owner Resources sowie das Journal of Feline Medicine and Surgery und das Journal of the American Veterinary Medical Association (JAVMA).


Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine tierärztliche Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen zugelassenen Tierarzt für fallspezifische Beratung.

Zitierte Quellen: Dieser Leitfaden orientiert sich an veterinärmedizinischen Leitlinien und Forschungsliteratur, darunter den FelineVMA Practice Guidelines (u.a. 2025 Feline Oral Health and Dental Care, 2021 Feline Senior Care, 2020 Feline Vaccination, 2016 Management of Feline Hyperthyroidism), den IRIS Staging Guidelines, dem Journal of Feline Medicine and Surgery (JFMS), dem Journal of the American Veterinary Medical Association (JAVMA) sowie dem Cornell Feline Health Center.

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